Gemeinsam LEBEN lernen
Tragen und getragen werden
Mit viel Engagement und Kreativität haben die neuen Fünftklässlerinnen und Fünftklässler gemeinsam mit ihren Religionslehrern den diesjährigen Anfangsgottesdienst vorbereitet und inhaltlich sowie musikalisch mitgestaltet. Unter dem Motto „Tragen und getragen werden“ feierten sie gemeinsam mit ihren Religionslehrerinnen und -lehrern Frau Bitzer, Herrn Ketterer, Frau Lorenz und Herrn Nagel und einen lebendigen Gottesdienst.
In seiner Einführung betonte Herr Nagel, wie wichtig Gemeinschaft und Zusammenhalt sind: „Wenn man gemeinsam unterwegs ist und eine Basis des Vertrauens und Glaubens teilt, kann man viel erreichen.“ Als Leitgedanke stand ein Zitat aus dem aktuellen Konradsblatt im Mittelpunkt, in dem Sr. Marie-Salome aus dem Kloster Hegne, eine ehemalige Schülerin der St. Ursula Schulen Villingen, schreibt: „Ich weiß, es liegt nicht alles in meiner Hand, aber es gibt den, der alles in seiner Hand hält und trägt.“
Als Zeichen für die Vielfalt und Offenheit an unserer Schule begrüßten die Schülerinnen und Schüler die Anwesenden in verschiedenen Sprachen. Im Religionsunterricht hatten die Fünftklässler zuvor über ihre ersten Tage an der neuen Schule gesprochen. Ihre Gedanken und Gefühle – von Aufregung und Unsicherheit bis hin zu Freude über neue Freundschaften – trugen sie im Gottesdienst selbst vor: „Ich hatte Angst, dass ich mich nicht gut einlebe.“ – „Ich war gespannt, was mich erwartet.“ – „Ich fühle mich jetzt wohl und bin froh, neue Freunde gefunden zu haben.“ Im Wechsel lasen die Kinder anschließend einen Psalm, der das Vertrauen in Gott ausdrückt: „Du kennst mich ganz genau, ob ich gehe oder liege, du siehst es.“ (Psalm 139).
Die anfänglichen Unsicherheiten drückten sie in einer szenischen Darstellung kleiner Geschichten aus dem Alltag der Kinder aus – über Freundschaft, Krankheit, Verlust und Mut. Dabei wurde deutlich, was es heißt, getragen zu werden und selbst andere zu tragen. Daran knüpfte Frau Bitzer in ihrer Ansprache an. Sie erzählte die biblische Geschichte vom Gelähmten, den vier Freunde zu Jesus bringen: „Ich fühle mich wie gelähmt. Ich fühle mich getragen. Ich stehe auf eigenen Beinen.“ – Diese drei Erfahrungen, so Frau Bitzer, gehören zum Menschsein. Es ist in Ordnung, Hilfe anzunehmen, wenn man nicht weiterweiß. Die Freunde des Gelähmten zeigen, wie stark eine Gemeinschaft sein kann: Sie teilen die Last, finden kreative Wege und geben Halt – bis der Gelähmte schließlich selbst wieder auf eigenen Beinen steht.
Zum Abschluss dankte Schulleiter Dr. Käfer allen Beteiligten für die Vorbereitung, die musikalische Gestaltung, den Blumenschmuck, die Technik und das große Engagement der Religionslehrkräfte und der neuen Fünftklässlerinnen und Fünftklässler. Mit dem Schlusssegen endete ein bewegender Gottesdienst, der eindrucksvoll zeigte, wie wohltuend es ist, getragen zu werden – und selbst ein tragender Teil der Gemeinschaft zu sein.
Text und Fotos: Stefanie Kelly
