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Gemeinsam LEBEN lernen

Hinter Klostermauern



Erstmalig beteiligten sich die St. Ursula Schulen am bundesweiten Tag des offenen Denkmals – und öffneten damit nicht nur das bekannte Klosterportal in der Bickenstraße, sondern boten auch spannende Einblicke in Geschichte und gegenwärtige Nutzung des Schulgebäudes. Die sonst für die Öffentlichkeit selten zugänglichen Bereiche wie Refektorium (das heute als Mensa genutzt wird), Konventsaal und Klosterkirche waren ebenfalls Bestandteil der Führung. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher, darunter einige mit persönlichem Bezug zum Schulgebäude oder den Ursulinenschwestern, nutzten die Gelegenheit, das historische Gebäude aus drei ganz unterschiedlichen Perspektiven kennenzulernen, denn Geschichte, Gegenwart und Denkmalschutz sind hier untrennbar miteinander verbunden.

Schulleiter Dr. Christoph Käfer (Bild rechts) fokussierte seine Ausführungen auf die aktuelle Nutzung des Hauses und machte deutlich, welche Herausforderungen, aber auch Chancen, sich aus dem Arbeiten und Lernen in einem denkmalgeschützten Gebäude ergeben. Eine der Stationen der Führung war der ehemalige Hinterhof, der früher zunächst als Haltungsort für Nutztiere und später als Trockenplatz für Wäsche diente. Heute befindet sich dort die überdachte Aula mit Bühne – das „Herzstück“ der Schule. Sie ist nicht nur Ort zahlreicher Versammlungen, Gottesdienste und Aufführungen, sondern bietet vor allem den jüngeren Schülerinnen und Schülern bei schlechtem Wetter auch einen geschützten Raum für die große Pause.

Architektin Martina Münster stellte an zahlreichen Beispielen den Balanceakt zwischen Denkmalschutz und moderner Nutzung dar. Besonders augenfällig sind beispielsweise die alten Kastenfenster an der Bickenstraße: Sie wurden erhalten, jedoch so restauriert, dass sie heutigen Anforderungen an Lärmschutz und Dämmung gerecht werden. Eindrucksvoll war zudem der Rundgang durch den heutigen Tagesschulbereich, der einst als Wohnbereich der Schwestern mit kleinen Einzelzellen diente. So wurde etwa die Zelle von Schwester Siegrun – die 2003 als letzte Lehrschwester in den Ruhestand ging und das Kloster nach dessen Schließung 2015 verließ und nun im Ursulinenkloster Brig im Schweizer Wallis lebt – durch drei Wanddurchbrüche zu einem größeren Raum zusammengefasst, wobei die ursprüngliche Wohnsituation weiterhin für Besucher erkennbar und erfahrbar bleibt.

Johannes Kaiser, ehemaliger Schulleiter, der 1986 nach St. Ursula kam, schlug zunächst einen großen historischen Bogen: von den Anfängen der Klostergeschichte 1236 bis hin zur Schließung des Klosters 2015. In einem zweiten, engeren Rückblick schilderte er die Entwicklung der Schule seit 1986, als er selbst nach St. Ursula kam, bis in die Gegenwart – eine Zeitspanne, die er persönlich miterlebt und mitgestaltet hat. Seine Schilderungen ließen die Entwicklung der Schule besonders lebendig werden. Ein kurzer Besuch der Klosterkirche, in der auch die frühere Äbtissin Ursula Haider begraben ist, rundete den ca. 90 minütigen Rundgang ab.

Text und Foto: Stefanie Kelly

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