"St. Ursula-Oscar" für langjährige Schauspielerinnen

 

Sie hatten eine „fulminante Aufführung“ angekündigt – und das ist es geworden! Lea Großklaus, Leonie Frey und Josephin Link legen in Kürze die Abiturprüfung ab. Zuvor aber wollten sie sich auf der Theaterbühne noch einmal richtig verausgaben. Die Bühne der Aula in St. Ursula war schon Schauplatz ihrer bemerkenswerten schauspielerischen Leistungen in Stücken wie „Die Welle“, „Dantons Tod“, „FremdeSprache oder: Geschichte eines Lebens“ und „Faust – Ein Experiment“ unter der Regie unserer Kollegen Steffen Englert und Mirjam Henrix. Am Ende glänzten sie jetzt bei einer öffentlichen Aufführung des Drei-Personen-Stücks „Creeps“ von Lutz Hübner.

Die drei jungen Frauen Maren (Lea Großklaus), Lilly (Leonie Frey) und Petra (Josephin Link) sind von einer TV-Produktionsfirma zum Casting für die angebliche Moderation einer neuen Show eingeladen. Sie erhalten aus dem Off Anweisung von zwei Produzenten (Tim Kordis und Luca Silano), aufgrund deren sie sich vor der Kamera geradezu seelisch entblößen. Da sie der irrtümlichen Meinung sind, dass sie sich gegen die jeweils anderen beiden durchsetzen müssten, kommt es zu gegenseitigen Herabwürdigungen, wie man es aus diversen Reality-Shows im Fernsehen nur zu gut kennt. Am Ende wird klar, dass die Moderation längst vergeben ist (Isabella Perez Heil) und dass die drei Frauen schamlos ausgenutzt worden sind, indem die Aufnahmen mit ihnen lediglich das „Material“ für einen Trailer hergeben sollen.

Den drei Abiturientinnen gelangen bei ihrem Spiel brillante komödiantische Szenen und eindringliche empathische Rollenbilder. Das Publikum amüsierte sich köstlich. Allerdings blieb manchmal das Lachen im Hals stecken, wenn hinter der witzigen Karikatur der Typen die Tragik der Figuren zum Vorschein kam. So offenbarte sich hinter der selbstsicheren, wandlungsfähigen Fassade des Yuppie-Girls Lilly (Leonie Frey) ein unguter Vater-Tochter-Konflikt oder hinter der herrlich prolligen Lebenslust von Petra (Josephin Link) die unerfüllte Sehnsucht nach einem kleinbürgerlich geordneten Leben. Ein Kabinettstück gelang Lea Großklaus als alternativ-naive Schulversagerin Maren mit der „missglückten“ Karaoke des Titanic-Songs „My Heart Will Go On“.

Bemerkenswert auch die tolle Licht- und Tontechnik der Schüler Jakob Eschbach, Lukas Hauser, Klaus Hofmaier, Marius Stern und David Wilks mit unserem Kollegen Matthias Eschbach. Tim Kordis gelang außerdem ein Coup mit seinen selbst komponierten und produzierten Musikeinspielungen.

Nach dem öffentlichen Spiel würdigte Regisseurin Mirjam Henrix die erfolgreiche Theaterkarriere der drei Abiturientinnen auf der St. Ursula-Bühne und überreichte ihnen zum Dank jeweils einen „St. Ursula-Oscar“. Das Stück wurde am darauffolgenden Tag unter großem Beifall der Mitschüler für die Klassenstufen 8 und 9 noch einmal aufgeführt.

 

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