St. Ursula Schulen

Gymnasium
Realschule
Hort an der Schule
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Kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts

„Junger Chor St. Ursula“: Chorbegegnung mit israelischem Chor „Nuffar“

 

Am Ende dieses Chorjahres stand etwas Großes an. Nicht nur für uns Sängerinnen vom Mädchenchor Rottweil und dem Jungen Chor St. Ursula aus Villingen, sondern auch für unseren Chorleiter Andreas Puttkammer war dies eine große Sache. Wir erwarteten im Zeitraum vom 25.07.2016 bis zum 02.08.2016 Sängerinnen aus dem Mädchenchor Nuffar des Konservatoriums in Karmiel aus Israel.

Hintergrund dieses Besuches war unsere Chorreise im Jahre 2015. In Winsen eröffnete uns eine Frau, dass sie Kontakte zu einem israelischen Mädchenchor habe und dass wir bei Interesse gerne kooperieren könnten. Die Idee mit einem möglichen Austausch kam nach, und nach und Hintergrund der ganzen Sache war Ilse Weber, von welcher wir einige Lieder gesungen haben.

Zur Vorbereitung haben wir bereits Wochen vorher mit den Proben angefangen, und unsere Vorfreude war enorm, obwohl wir auch gespannt waren, wie das Zusammentreffen verschiedener Kulturen wohl aussehen mag. Aber alle Ängste und Sorgen  wurden uns bei der Ankunft der israelischen Mädchen genommen, denn schon bei der Ankunft wurde viel gesungen, und es war von Anfang an eine sehr sympathische Gruppe. Da die Israelis erst am späten Abend ankamen, wurde an dem Tag auch nicht mehr viel unternommen, und viele waren einfach nur froh, angekommen zu sein.

Der zweite Tag war unser Probentag, denn wir haben uns schon am Vormittag getroffen, um zu proben. Schon recht früh hat man gemerkt, dass es sehr spannend ist, mit internationalen Sängerinnen zu proben, denn es gab viele Gemeinsamkeiten beim Singen und Proben, aber trotzdem auch sehr viele Unterschiede, welche wir schnell bemerkten und auch akzeptierten, zum Teil mitmachten, angefangen beim Einsingen, bis zur Art des Dirigierens der Chorleiter.  Diese Probe wurde durch ein hervorragendes Mittagessen unterbrochen, und danach haben wir alle zusammen den Bürgermeister der Stadt Rottweil im Rathaus besucht. Anschließend haben wir erneut zusammen geprobt, und auch so ging dieser anstrengende Tag zu Ende.

Am Mittwoch ging es schon sehr früh mit einem Konzert los, denn zum Ende des Schuljahres durften wir den Gottesdienst mitgestalten. Während jeder Chor einzeln Lieder performte, haben wir auch einige Lieder zusammen gesungen, und diese Kooperation kam sehr gut an. Nicht nur bei der Schülerschaft, sondern auch bei weiteren Instanzen, denn sogar lokale Zeitungen berichteten davon. Nach dem Gottesdienst ging es für die israelischen Mädchen weiter zu einem Ausflug auf die Burg Hohenzollern, während wir deutschen Sängerinnen ihren letzten Schultag in der Schule haben ausklingen lassen. Aber die Entspannung war nicht von Dauer, denn schon am Nachmittag ging es weiter mit dem Proben. Da die israelische Gruppe leider etwas später kam, haben wir uns einfach dazu entschlossen, in der Stadt noch schnell Eis essen zu gehen, und wenn man uns kennt, dann weiß man, dass selbst die banalsten Sachen wie gemeinsames Eisessen ziemlich lustig sein können, denn während wir Eis essen waren, kamen auch die israelischen Mädchen dazu,und ein Teil der deutschen Mädchen hat angefangen, mitten auf den Straßen Villingens zu singen. Nach und nach stimmten fast alle mit ein, und selbst Axel, unser Busfahrer hat mitgesungen. Dann wurden auch viele Menschen auf uns aufmerksam, unter anderem das Personal eines Fitnessstudios, welches Fotos von und mit uns machte. Unser Chorleiter war unser Drummer, und als Schlagzeug diente ihm gewohnheitshalber mal wieder eine Mülltonne. Dadurch hat das Singen schon vor der Probe angefangen, und wir kamen bestens gelaunt zurück in die Schule zum gemeinsamen Proben. Dort sangen wir zusammen, in Gruppen oder einzeln, und nach und nach haben alle Sängerinnen von Dvora, der Dolmetscherin, die Geschichte Ilse Webers erzählt bekommen, welche in unserem Austausch eine wichtige Rolle gespielt hat. Und auch so ging dieser Probentag zu Ende. Wir haben uns sehr auf die nachfolgenden Tage gefreut, weil wir endlich Ausflüge zusammen unternehmen sollten.

Der Donnerstag begann in Rottweil im Zeichen der jüdischen Kultur und Religion, denn am Morgen kam ein jüdischer Mann, welcher das Konzentrationslager in Theresienstadt überlebt hat, und dieser hat über sein Leben und seine Erfahrungen in Theresienstadt berichtet. Für die israelischen Mädchen hat Dvora den Vortrag parallel übersetzt, und als Dank für seinen Besuch haben wir ihm Lieder von Ilse Weber vorgesungen und anschließend noch mehr geprobt. Nach einem gemeinsamen Mittagessen, welches sehr kommunikativ und lustig verlief, machten wir uns auf die Reise nach Stuttgart. Dort waren wir in einer jüdischen Gemeinde und haben die Synagoge besucht. Für uns war das natürlich sehr interessant, denn viele waren noch nie in einer Synagoge, und wir haben einen weiträumigen Einblick in die jüdische Tradition und Religion erhalten. Am Abend haben wir dort unser erstes gemeinsames Konzert gegeben. Wir haben sowohl einzeln gesungen als auch viele Lieder zusammen. Das war das erste Mal, dass wir den anderen Chor ein Stück vom gesamten Repertoire singen gehört haben. Das Konzert kam sehr gut an, und wir waren auch sehr zufrieden und so zufrieden sind wir auch mit dem ganzen Tag gewesen.

Am darauffolgenden Tag ging es genauso aktiv weiter, denn für heute war ein Ausflug an den Bodensee geplant. Der Tag hat schon gut angefangen, denn wir wurden erst einmal von der Polizei kontrolliert. Zuerst war uns Angst und Bange, denn wir wurden noch nie von der Polizei kontrolliert und wussten nicht, was auf uns zukommt. Deswegen durften wir erst mal den Bus verlassen, und Axel, unser supertoller Busfahrer, hat sich um die Kontrolle gekümmert. Aufgrund der Tatsache, dass wir ein Mädchenchor sind, haben wir natürlich gleich angefangen zu singen und unser Chorleiter hat spontan ein Cajón aus dem Kofferraum des Busses geholt. Nach einiger Zeit haben wir die Polizisten gefragt, auf was wir noch warten, weil wir schon längere Zeit warteten, aber diese haben nur Fotos von uns geschossen und meinten, dass alles fertig sei und sie uns zugehört hätten. Daraufhin haben wir noch die Initiative und die Chance ergriffen und Fotos von uns und auch mit den Polizisten zu machen. Das Besondere dabei ist, dass einer der Polizisten aus der Rottweiler Region kommt und wir immer noch Kontakt halten. Als wir weiter fuhren wurden wir ein Stück mit Blaulicht begleitet, und das war ein weiteres Highlight dieses Austausches. In Meersburg angekommen, liefen wir zunächst ein Stück in der Stadt herum und trafen auf einen Straßenmusikanten, mit welchem wir zusammen gesungen haben. Weiterhin gab es in Meersburg noch Freizeit, und viele verbrachten diese mit gemeinsamen Eis essen oder shoppen. Aber das war noch nicht das Ende vom Lied, denn dann ging es auf die Fähre nach Konstanz, welche sofort zur Titanic umfunktioniert wurde. In Konstanz selbst hatten wir Freizeit und wir konnten die Stadt besichtigen oder shoppen. Ein Teil der Gruppe hat sich dazu entschlossen, traditionsgemäß wieder Straßenmusik zu machen, und dort trafen wir prompt denselben Straßenmusiker wie in Meersburg, und dann haben wir natürlich wieder gemeinsam musiziert. Aber dieser Tag nahm noch kein Ende, denn wir hatten die Chance, das sogenannte Kidush mit den israelischen Mädchen zu feiern. Dies ist eine Tradition, welche man vollführt, um den Vorabend des Shabats einzuläuten. Drei israelische Mädchen haben dies auf israelisch vorgestellt und dann auf englisch übersetzt, sodass wir verstehen konnten, worum es geht. Dabei geht es darum, dankbar für alles zu sein, was wir haben, und Brot und Wein zu segnen und gemeinsam zu essen. Neben dem Kidush-Essen gab es allerding auch noch Salate und ein kaltes Buffet, und so ließen wir den Abend gemeinsam ausklingen.

Am Samstagmorgen hatte man die Möglichkeit, freiwillig einer Stadtführung durch Rottweil beizuwohnen, welche bei vielen gut ankam, aber am frühen Nachmittag ging es mit vollem Programm weiter. Zuerst gab es auf dem Dreifaltigkeitsberg in Spaichingen eine Stellprobe für unser Konzert, welches am Abend dort stattfinden sollte. Das Konzert, welches viele Leute besuchten, war ein voller Erfolg,. Man hat das Gefühl gehabt, bei jedem Konzert besser zusammenzuwachsen und einen gemeinsameren Klang zu bekommen. Die Menschen waren sehr begeistert von unserem Konzert, und selbst nach dem Konzert blieb man noch lange, um die Stimmung zu genießen und die Zeit gemeinsam zu verbringen.

Das nächste Konzert war am Tag darauf, und das im Franziskanermuseum in Villingen, in welchem es zu dieser Zeit eine Ausstellung zu Anne Frank gab. Man hatte die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis diese Ausstellung mit Führung anzuschauen, und dies nahmen viele Mädchen wahr, und es war auch schön anzusehen. Dieses Konzert war wie das andere Konzert ein großer Erfolg mit großem Beifall. Unser Konzert hat diese Ausstellung quasi beendet, und das war natürlich eine sehr große Ehre für uns. Man wurde dann doch ein bisschen melancholisch, denn dies war immerhin unser letztes gemeinsames Konzert.

Bis zum Montagabend haben die deutschen Sängerinnen Programm organisiert, welches aufgrund von schlechtem Wetter leider wortwörtlich ins Wasser fiel. Deswegen haben wir uns als Alternative in Villingen getroffen, damit die israelischen Mädchen ihre Shoppingbedürfnisse befriedigen konnten. Wir deutschen Sängerinnen haben uns dann zusammengesetzt und die gesamte Woche Revue passieren lassen. Dies wurde am Abend beim Abschlussfest gemacht, an welchem fast alle Gastfamilien mit ihren Sängerinnen anwesend waren. An diesem Abend saßen wir gemütlich beieinander und haben zusammen zu Abend gegessen. Gleichzeitig durften wir Feedback ausfüllen, und wir haben mehrere Diashows angeschaut. Dann sind Solo-Sängerinnen aus Israel aufgetreten, und wir haben sowohl zusammen als auch nach Chören getrennt Lieder vorgesungen. Ganz nah ging es uns allen, als wir für Carmel, das blinde Mädchen aus Israel, „Tula Tula“ gesungen haben und es sie so sehr gefreut hat, dass sie fast weinen musste. Diesen Abend ließen wir in gemütlichem Beisammensein ausklingen.

Der darauffolgende Tag war der Tag des Abschieds. Alle Sängerinnen kamen mit den Gastsängerinnen zur Abfahrt und man hat sich unter Tränen verabschiedet.
Insgesamt kann man sagen, dass es sehr schöne und erlebnisreiche Tage waren, wenn aber auch anstrengend. Trotzdem überwiegen die Erfahrungen, welche man zusammen erlebt hat. Die Stimmung und die Atmosphäre waren überwiegend sehr schön und angenehm und man kam sehr gut klar, wenn auch meistens nur auf Englisch. Unser Austausch hat viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erregt und hat viele Leute angesprochen, welche begeistert waren, in dieser angespannten Zeit so ein Projekt zu wagen.

Ich persönlich kann sagen, dass ich sehr froh war, dieses Projekt mitgemacht zu haben, obwohl es zeitweise sehr anstrengend war. Meine Gastsängerin war super nett, wir waren auf der gleichen Wellenlänge und haben uns super verstanden. Ich habe viele neue Freunde, mit denen ich immer noch in Kontakt bin, und es hat mir viel Freude gemacht, in die für mich fremde Kultur hineinblicken zu können. Die Konzerte waren sehr schön, und es war spannend zu hören und zu beobachten, wie ähnlich man sich wurde und wie verschieden die Chorarbeit ausfallen kann.

Magdalena Pripušić

 

 

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