Joseph-Haberer-Preis für Dokumentation einer verfolgten Familie

 

Bereits zum dritten Mal hat eine Schülergruppe aus dem Geschichtsunterricht unseres Kollegen Heinrich Schidelko den Joseph-Haberer-Preis für Demokratie und Toleranz erhalten. Den Schülerinnen Emilia Brugger und Sophia Plotzitza wurde der 1. Preis für ihre Dokumentation über die Villinger Familie Boss zuerkannt. OB Dr. Rupert Kubon überreichte den Geschichtspreis des Oberbürgermeisters in einer Feierstunde im Villinger Alten Rathaus persönlich. Er trug dabei die Laudatio der Jury vor, in der betont wurde, wie vielseitig die Dokumentation zu verschiedenen Anlässen gewirkt hat.

Nachdem die Schülerinnen ihre Recherchen im Rahmen einer GFS in der Schule präsentiert hatten, wurde ihr Text auf ein Roll-up der Wanderausstellung „Deutsche Hitlergegner als Opfer des Stalin-Terrors – Familienschicksale 1933 – 1956“ übernommen, die in mehreren Städten des In- und Auslands gezeigt wurde, zuletzt auch im Villinger Franziskaner-Museum. Bei der Vernissage dort konnten Emilia Brugger und Sophia Plotzitza ihre Dokumentation öffentlich vorstellen und in einen lebhaften Austausch mit den heute in Kanada lebenden Familienmitgliedern der Familie Boss treten.

Der Oberbürgermeister erinnerte an den Namensgeber des Preises, Prof. Dr. Joseph Haberer, der 1929 in Villingen geboren wurde und in der Herdstraße aufwuchs. Als Kind einer jüdischen Familie entkam er der Deportation dadurch, dass er 1938 als Neunjähriger nach England geschickt wurde. Seine Eltern, die in Gurs bzw. Auschwitz Opfer des Nazi-Terrors wurden, sah er nie wieder. Im Jahr 2013 starb Joseph Haberer in den USA.

Emilia Brugger und Sophia Plotzitza konnten ihre Dokumentation über die Familie Boss während der Preisverleihung erneut umfangreich präsentieren. Eindrucksvoll schilderten sie ihre Begegnung mit Sylvia Boss, der Enkelin von Adolf und Josephine Boss aus Villingen. Sie bedankten sich bei ihr dafür, dass sie als zwei ihr zunächst Unbekannte von ihr bereitwillig auch intime familiäre Informationen erhalten hätten. Außerdem bedankten sie sich bei ihrem Geschichtslehrer Herrn Schidelko, der sie bei ihrer Arbeit maßgeblich unterstützt hatte.

Schon zwei Mal zuvor haben Projekte aus dem Unterricht unseres Kollegen Heinrich Schidelko den Joseph-Haberer-Preis erhalten: Im Jahr 2010 hatte eine Schülergruppe die Dokumentation „Jüdische Schülerinnen an St. Ursula 1919 – 1937“ vorgelegt. Aus dieser Gruppenarbeit entstand 2011 die Teilnahme am ökumenischen Mahnmal-Projekt, im Zuge dessen der Stein zum Gedenken an die Deportation Villinger Juden nach Gurs am Bahnhofsvorplatz aufgestellt und schließlich auch 2015 die Gedenkplatte für die beiden ermordeten jüdischen Schülerinnen von St. Ursula in unserem Schulhof platziert wurde. Ein weiterer Preisträger war das Projekt „Virtuelle Stolpersteine“ im Jahr 2014, das eine heute noch aktive Webseite über die verfolgten und ermordeten Villinger Juden erarbeitet hat.

 

-> Zur Homepage des Projekts "Virtuelle Stolpersteine"

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