St. Ursula Schulen

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Kunstvolle Trauermetten beleben die Klosterkirche

 

Gleich mehrere Kollegen waren an einer Aufsehen erregenden Gottesdienstreihe in der Klosterkirche von St. Ursula beteiligt. Die Öffentlichkeit nahm daran starken Anteil und rückte so die Klosterkirche in der Karwoche vor Ostern ins Bewusstsein der Stadt.

Unter dem Thema „Ausdrucksformen der Trauer“ fanden drei Trauermetten statt, in denen jeweils eine Kunstrichtung die Symbolsprache vorgab: Unser Kollege Matthias Eschbach hatte als Beitrag der Musik ein Vokalensemble zusammengestellt, um die „Lamentationi di Geremia“ des Renaissance-Komponisten Emilio De‘ Cavalieri vorzutragen. Sie wurden ergänzt um seine Orgel-Interpretation der „Toccata terza“ von Girolamo Frescobaldi und des Choralvorspiels „Wenn wir in höchsten Nöten sein“ von Johann Sebastian Bach.

Als Beitrag der Bildenden Kunst hatte unser Kollege Axel E. Heil den Altarraum mit einer großräumigen Installation „verstellt“, die er „Sombras del Hombres“ (‚Schatten der Menschen‘) nannte. Die Symbolik der Wortkunst wurde von unserem künftigen Kollegen Markus Kreutz eingebracht, der die Klagelieder des Jeremia in den Mittelpunkt der Metten stellte, verzahnt mit lyrischen Beiträge der Autoren Günter Kunert und Lothar Zenetti.

Markus Kreutz war es auch, der die Gottesdienstreihe insgesamt konzipiert hatte. In seiner Ausbildung zum Ständigen Diakon spielen die Elemente des kirchlichen Stundengebets eine wichtige Rolle. Die „Metten“ (von lat. „matutina“ für ‚Morgenstunde‘) sind dessen nächtlicher Teil, weshalb einer der Gottesdienste am Abend, die andern beiden am Morgen gefeiert wurden. Die liturgische Form mit den Lesungen sowie den gesungenen Psalmen und Hymnen bezog das zahlreich erschienene Kirchenvolk mit ein. Die Anwesenheit des Münsterpfarrers Dekan Josef Fischer bzw. in seiner Vertretung des Praktikanten Simon Dreher gab den Gottesdiensten spirituelles Gewicht.

Die Psalmen waren so gewählt, dass sie die Lesungstexte aus den Klageliedern ergänzten und kontrastierten. In seiner Ausdeutung der Klagelieder stellte Markus Kreutz den Bezug zu heutigen Gewalterfahrungen her. Auch die Hymnen und die gewählten Musikstücke bezogen sich immer wieder neu auf die Klage über erlittene Gewalt, wobei sie darüber hinaus deutlich den Ausblick zur christlichen Klage über den Sühnetod Jesu Christi und die Hoffnung im Blick auf Ostern gaben.

Im Vokalensemble, das auch die Rolle der Schola übernahm, sangen neben Agnes Suzter (Sopran), Jolande Berberich (Mezzosopran/Alt), dem Münsterkantor Roman Laub (Bass), dem musikalischen Leiter Matthias Eschbach (Tenor) und Markus Kreutz selbst (Tenor) auch die ehemaligen St. Ursula-Schülerinnen Veronika Kreutz (Mezzosopran/Alt) und Lea Sophie Decker (Sopran). Das Cello spielte unsere ehemalige Studierende im Praxissemester Elisabeth Vöhringer.

In seinen erklärenden Worten ging der Künstler Axel E. Heil auf jedes einzelne Element seiner Installation ein. Ausgangspunkt seiner Arbeit war ein Bild aus Hiroshima, das den Schatten eines Menschen neben einer Leiter zeigt. Mensch und Metall waren in der atomaren Katastrophe verglüht, nur der „Sombras del Hombres“ blieb übrig. Im nächsten Bild präsentiert Heil den schattenhaft auf einer Leiter zum Himmel strebenden Menschen, der in einem weiteren Bild abstürzt. Hintergrund für diese Bildergruppe sind Heils Erfahrungen des Kalten Krieges in den 1960er-Jahren mit der atomaren Bedrohung. Das Triptychon wird eingerahmt von einem Bild, das die explodierende Bombe aus dem gespaltenen Atom zeigt, sowie von einer Skulptur, die die Nebelkammer/Blasenkammer des Nobelpreisträgers Donald A. Glaser repräsentiert, worin physikalische Prozesse zur Erforschung der Atome erzeugt wurden.

Die Bilder vermittelten zusammen einen Ausdruck von Angst und Trauer angesichts neuer Bedrohungen der Menschheit. In ihrer Korrespondenz mit dem mittelalterlichen Kruzifix und der Pietà der Klosterkirche erhielten sie von dort eine Antwort aus der christlichen Deutung des Leidens, die den Gottesdienstbesuchern vor Ostern die Hoffnung des Auferstehungsglaubens mit auf den Weg gab.

 

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